Interview mit den Puhdys

 

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Am 31.10. 2014 starten die Puhdys, die älteste Rockband Deutschlands, in Berlin ihre Abschiedstour, bevor sie 2015 in eine wohlverdiente „Rockerrente“ gehen.

Wir konnten die Puhdys für ein Interview gewinnen.

 

80s- Radio:

Udo Jürgens veröffentlichte mit 43 Jahren seinen Song „Mit 66 Jahren“ und gibt heute noch Konzerte in ausverkauften Hallen. Sie veröffentlichten 1984, also 30 Jahre vor dem offiziellen Start der Abschiedstour im Oktober 2014, Ihren Hit „Rockerrente“.  Musik hält jung sagt man. Ist das das Geheimnis oder wie halten sich die Puhdys 45 Jahre jung?

Peter Meyer

Die Puhdys in dieser Besetzung gibt es schon eine ganze Weile. Natürlich hält auch Musik und die Arbeit mit der Musik uns jung. Ansonsten gibt es viele Möglichkeiten, sich fit zu halten. Manche schwimmen oder vergnügen sich mit Mädels Laughing. Ich z. B. gehe regelmäßig im Wald laufen.

80s-Radio:

Sie haben einige „Sportsongs“ geschrieben. „FC – Hansa Wir lieben dich total“, “Helden geben nie auf“  für den SC Paderborn. Bekannteste Vereinshymne jedoch „Hey, wir woll’n die Eisbären sehen“ für die Berliner Eishockey – Verein „Eisbären.“ Das Lied stammte ursprünglich aus dem Jahre 1997 wurde 2011 mit Jürgen Drews neu aufgelegt und wird heute bei Konzerten gern gespielt. Jürgen Drews, der „König von Mallorca“ und die Puhdys eine der erfolgreichsten Rockbands Deutschlands. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

 Peter Meyer:

Es war in der Tat so dass sehr viele an diesem Gedanke beteiligt waren z.B. das Management und die Plattenfirma. Wir suchten eine Möglichkeit, dieses Lied auch jenseits vom Eishockeystadion zu spielen. Es wird im Winter auch auf Skihütten gespielt und jetzt dank Jürgen Drews auch am Ballermann auf Mallorca.

80s-Radio

Bereits angesprochen im Herbst beginnt die Abschiedstour von den Puhdys. Jetzt kommt es sicherlich zu verschiedenen Meinungen, aber das interessiert uns natürlich. Nach so vielen Jahren, welches ist das persönliche Lieblingslied der Band? Welches ist das Lieblingslied der Fans und welches Lied singen sie heute gar nicht mehr gern?  Anders gefragt, mit welchem Lied verbinden die Puhdys eine „Hassliebe“

Peter Meyer:

Favorit bei der Band ….  Hier kann man sich schwer festlegen. Wir singen alle unsere Songs immer wieder gern. Natürlich am Liebsten die, welche auch unser Publikum am Liebsten mag „Alt wie ein Baum“ „Rockerrente“ oder die Eisbären. Persönlich finde ich „Wenn ein Mensch lebt“ aus „Paul & Paula“ sehr gut.

Welches Lied wir nicht so gut finden? In der Tat gab es einen Song auf unserem 2. Album „Jodelkuh Lotte“ Das Lied war ursprünglich auch als Gag gedacht. Sowas empfinden wir heute als unseren „musikalischen Fehlgriff“.

80s-Radio:

Lassen sie mich kurz auf „Zensur“ von „DDR – Kulturgut“ zurückkommen. Die Puhdys zählten zu den wenigen Bands, welche damals auch in der BRD auftreten durfte. Haben sie damals in Ihren Titeln politische Botschaften versteckt?

 Peter Meyer:

Von Anfang an, vom Beginn unseres Bestehens wollten wir für unsere Songs eigentlich keine „flachen“ Texte haben. Darum arbeiten wir von Anfang an auch gleich mit Lyrikern zusammen, das waren u.a. Wolfgang Tilgner und Ulrich Plensdorf. Der Soundtrack zu „Die Legende von Paul & Paula“, welcher von uns kommt, ist so ein Text, worüber es sich durchaus lohnt nachzudenken.

Natürlich war es in der ehemaligen DDR so, dass man bestimmte Dinge nicht sagen durfte oder in einem Lied verarbeiten durfte. Die Zuhörer waren so darauf bedacht, auch zwischen den Zeilen zu lesen bzw zu hören und gewisse Textpassagen als politische Botschaften zu empfinden z. B. „Ikarus“ – hier geht es ums Fliegen und um Freiheit. Unser Lied von 1984 „Denk ich an Deutschland“. Diese Lieder konnte man durchaus als politischer Botschaft empfinden. Durch unser auch anspruchsvollen Texte ist es uns möglich alle unsere Songs auch heute noch zu spielen. Natürlich bekommt man keine 350 Songs in einem zweistündigen Konzert unter.

 80s-Radio:

Wenn Sie an den Beginn Ihrer Abschiedstour denken, was denken Sie? Mit welchen Gefühlen gehen Sie an diese Tour?

 Peter Meyer

Es gab vor der Wende 1988/1989 bereits eine Abschiedstour. Damals war es durchaus ernst gemein. Manche verabschieden sich von der Bühne, um irgendwann ein Comeback zu starten. Wir wollten uns damals wirklich von der Bühne verabschieden. Natürlich war es traurig, sowohl für die Fans als auch für uns.

Bedingt durch die Wende haben wir diese spannende Zeit, anders als ursprünglich geplant, für ein Comeback genutzt. Es wird diesmal sicher auch sehr traurig sein. Aber wir und auch die Fans freuen uns auf unsere Abschiedstour, auf die letzten Konzerte, welche noch bis Ende 2015 stattfinden werden. 

 80s-Radio:

Wie sieht die „Rockerrente“ genau aus? Verraten Sie es Ihren Fans? Es gibt Musiker, welche auf ihre alten Tage in den sonnigen Süden ausgewandert sind. Machen dies die Puhdys auch?  

Wie sehen ihre Pläne aus?

 Peter Meyer:

Bezüglich des Alters und des Geldes haben einige von den Puhdys die Rente längst erreicht. Wir kommen alle aus Berlin, einige wohnen am Müggelsee.  Mir gefällt es in Berlin so gut, dass ich mich nicht mit dem Gedanken trage, ins Ausland auszuwandern. Ich werde mich nach unserer Abschiedstour sehr viel am Müggelsee aufhalten und mit dem Boot den See erkunden. Das macht viel Spaß und entspannt. Wir waren auch nach der Wende kaum im Ausland, da wir als Künstler bereits sehr viel unterwegs sind, u. a. waren wir auch in Japan. Ich als Privatperson sehne mich eher danach zu Hause, in meiner Heimat und in Berlin zu bleiben.

 

 

Wir bedanken uns herzlich für das Interview und für 45 Jahre Puhdys.

 

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