Interview mit Matthias Stingl

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80s-Radio:

Sie sind seit mehreren Jahren erfolgreich im           Musikbusiness unterwegs. Sie komponieren und produzieren für andere Künstler. Seit ein paar Jahren agieren Sie auch als Interpret. Wie kam es dazu?

Matthias Stingl: 

Ich glaube, dass die allermeisten, welche in unserer Branche arbeiten, alle irgendwann einmal Popstars werden wollten. Natürlich auch die, welche es letztlich auch geworden sind. Das war bei mir nicht anders. Ich hatte schon sehr früh Bands. Ich habe damals versucht, mich und meine Musik unters „Volk“ zu bringen. Aber auch ich musste feststellen, so einfach geht das gar nicht. Ich musste meinen Lebensunterhalt verdienen. So habe ich das Studiohandwerk gelernt. Auf diese Weise habe ich in sehr frühen Jahren meiner Laufbahn Peter Sebastian kennen gelernt. Ich habe für ihn produziert und arrangiert. Anschließend haben wir uns kurz aus den Augen verloren – Kurz heißt zwei Jahre – Irgendwann saß Peter Sebastian neben mir im Studio und meinte. Meine Demos und Produktionen sind so gut, meine Stimme ist so auffällig. …. Ob ich nicht Lust hätte, mal selber zum Mikrofon zu greifen. Die Zeit war damals günstig und eine Idee, wie ich mich künstlerisch äußern wollte hatte ich auch. Nach kurzem Zögern meinte ich: „Lass es uns versuchen.“ So kam das.

80s-Radio:

Im Musikbusiness werden nicht selten gewisse „Marken“ erschaffen. Sie beschreibt man als „der sympathische, stets Hut tragende Vollblutmusiker“. Der Hut als „Markenzeichen“. Wie wichtig sind Ihnen „Markenzeichen“ und wie kam es persönlich bei Ihnen dazu?

Matthias Stingl:

Ich denke, Markenzeichen sind schon wichtig. Obwohl ich in diesem Zusammenhang eher von Wiedererkennungswert bzw. Wiedererkennungsmerkmalen reden möchte. Es ist wichtig, dass man Songs oder Produktionen hat, welche sich von der Masse abheben. Eine Stimme mit einem gewissen Wiedererkennungswert, so dass die Leute einen an den Geräten direkt erkennen. Wichtig ist auch, einen eigenen Stil, seine eigenen Handschrift für sein künstlerisches Wirken zu haben. Eine gewisse Optik dazu ist sicher nicht schädlich.

Wenn Sie mich beschreiben als „smpathisch“, „Hut tragend“ und „Vollblutmusiker“ ist mir „sympathisch“ und „Vollblutmusiker“ wichtiger als der Hut. Dieser kam eher spontan dazu. Ich bin seit Langem ein Fan von Hüten, Kappen und Mützen. Es war eher Zufall, dass mir zu Beginn meiner Gesangskarriere dieser Hut in die Hände fiel. Dieser Hut ist eine limitierte Auflage designed von Musikern für Musikern. Daher fand ich den sehr passend um ihn auch zu meinem „Markenzeichen“ zu machen.

80s-Radio:

Was eventuell nicht viele wissen. Sie sind Komponist/ Mitkomponist von „Wer Liebe lebt“. Mit diesem Song hat Michelle 2001 Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten und einen guten 8. Platz belegt. Haben Sie Lust, mal wieder bei diesem Wettbewerb teilzunehmen?

 Matthias Stingl:

Den Eurovision Song Contest mitzuerleben, diesen gesamten Backround kennenzulernen und letztlich nicht unerfolgreich zu sein, war eine sehr tolle und schöne Erfahrung. Das fand ich gut und ich würde das auch gern wieder machen.

80s-Radio:

Sie haben bereits für viele Künstler gearbeitet. Michelle erwähnte ich bereits. Aber auch mit Künstlern wie den Bläck Fööss, Rossanna Rocci oder den Olsen Brothers haben Sie zusammen gearbeitet. Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, für welchen Künstler würden Sie am Liebsten einmal etwas erschaffen?

Matthias Stingl:

Diese Frage ist schwer zu beantworten. Es gibt so viele tolle, wunderbare Künstler, mit welchen ich mir vorstellen könnte zusammen zuarbeiten. Es gibt viele Künstler, welche mich inspiriert haben etwas zu erschaffen. Es wäre ungerecht einen Namen zu nennen, dies wäre unfair den anderen gegenüber. Ich möchte es aber für mich mal so ausdrücken. Wenn die Gruppe ABBA sich entschließt eine Reunion zu starten, wäre ich durchaus ansprechbereit.

80s-Radio:

Welche Musik/ Musikrichtung hören Sie privat am Liebsten?

 Matthias Stingl:

Ich habe in all den Jahren Studiomusik so viel Musik gehört, dass es für mich eigentlich nur darauf ankommt, gute Musik zu hören. Für mich gute Musik zu hören. Das muss nicht auf jeden und für jeden zutreffen. Musik ist Geschmacksache. Es gibt für mich Musik, welche mich berührt. Es gibt für mich Musik, welche für mich Emotionen auslöst oder Musik welche mich begleitet. Das ist für mich gute Musik! Ich binde mich nicht an eine bestimmte Stilistik. Musik geht bei mir von Schlager, Rock ,Pop in den Dancebereich. Aber es geht auch in Richtung Klassik. In meiner Musiksammlung kann man eigentlich alles finden. Auch im Hardrockbereich findet man „Perlen“. Insofern ist diese Frage schon etwas schwerer zu beantworten. Viele Künstler haben zu einer gewissen Zeit ihren Schaffenszenit, welcher zusammenfällt mit meinem momentanen Musikgeschmack. Wo mir das besonders gut gefällt, was sie gerade machen. So gibt es immer wieder Songs und Produktionen welche mich begleiten, welche wichtig sind. Sie merken, es gibt wirklich keine bestimmte Musikrichtung, welche explizit meine Musikrichtung ist.

 80s-Radio:

Eine Frage zu Deutschlands erfolgreichster Castingshow. Eine Frage zu „Deutschland sucht den Superstar“ könnten Sie sich vorstellen, einen Kandidaten aus einem solchen Format als Produzent zu betreuen? Was halten Sie von dieser Show? – okay das waren zwei Fragen 🙂

 Matthias Stingl:

Ich denke schon, dass es sehr spannend wäre, einen DSDS- Kandidaten zu produzieren. Es müsste natürlich einer von denen sein, die weit gekommen sind. Das ist klar. (er schmunzelt) Diese Kandidaten oder der jenige Kandidat hat alle Fälle schon mal eines bewiesen. Etwas, was in unserer Branche sehr wichtig ist – Stehvermögen! Diese Kandidaten haben sich durchgebissen gegen Widrigkeiten, gegen unfaire Beschimpfungen, gegen alles auch Negative was es in unserer Branche auch gibt. Diese Kandidaten haben sich dort schon einmal behauptet. Das ist bereits ein Grundstein um erfolgreich zu sein. Auszuloten in wieweit künstlerisch etwas aus dem jeweiligen Kandidaten herauszuholen ist, finde ich gar nicht so unspannend. Jetzt sind wir auch schon bei Teil zwei der Frage. DSDS ist eine Fernsehshow, eine gut gemachte Unterhaltungsshow. Bei welcher nach meinem Empfinden die Musik schon lange nicht mehr an erster Stelle steht.

80s-Radio:

 Wie sehen Ihre künftigen Pläne aus?

Matthias Stingl:

Jetzt hoffe ich natürlich erst einmal, dass meine neue Single gut ankommt. Das sie ganz vielen Menschen gefällt, Ich wünsche mir, dass meine neue Single genau so oder besser läuft wie die Vorherige. Darüber hinaus habe ich mehrere Titel in Arbeit. Ich bin guter Dinge, dass ich zeitnah mein zweites Album fertig haben werde. Toll fände ich es, meine Musik auch einmal mit einer Band auf der Bühne zu spielen. Mit einer Band zusammen zuspielen, entwickelt auch für den Zuschauer eine andere Magie als wenn der Interpret alleine auf der Bühne steht.

 


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